Roadtrip Tansania (Teil 8)

Über holprige Strassen auf dem Weg nach Tansania.

Der erste Eindruck Tansanias ist ziemlich ernüchternd. An den Strassen ist es dreckig und Strassenverkäufer wirken sehr aufdringlich. Dies ist unangenehm, jedoch verstehe ich auch die Strassenverkäufer, die eben für jeden Dollar kämpfen müssen, um sich und ihre Familien ernähren zu können.

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Und eines müsst ihr wissen: In tansanischen Dörfer gibt es alle 50 Meter Bodenwellen, die das Auto oder den Bus und die Insassen jedes Mal komplett durchschüttelt! Dies ist extrem unangenehm und geht einem auf den Geist.

Unsere Unterkünfte:

  • Kisolanza Farm
  • Mikadi Beach Lodge

 

Zanzibar – die duftende Gewürzinsel
Endlich wieder Meer, Sand und Sonne und ein paar Tage nichts tun. Von Dar es Salaam ging es mit der „Achterbahn-Fähre“ nach Stone Town, einer Altstadt auf Zanzibar.
Eine Stadt mit viel Charme, wie sich herausstellte. Kleine Gässchen und alte Häuser zieren das Stadtbild. Es gibt viele Souvenirshops und gute Restaurants, manche auch mit wunderschöner Aussicht aufs Meer.

Unterkunft: Mazsons Hotel

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Tipp: Nachtfischmarkt von Stone Town, durch die Gässchen laufen und einen Yogurt-Lassi an der Promenade geniessen.

 

Die Gewürzplantage
Heute stand eine Besichtigung einer Gewürzplantage bevor, die auf unserem Weg nach Norden liegt.

Am Schluss der Tour durften wir ganz viele verschiedene Früchte probieren.

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Der Norden Zanzibars – das Paradies
Nach einer ca. 1 stündigen Fahrt erreichten wir unser Hotel im Norden der Insel. Dieser Ausblick! Unser Hotel „Amaan Bungalows“ liegt direkt am türkisfarbenen Meer. Einziger Kritikpunkt am Bungalow war, es hatte keine Klimaanlage oder eine gute Luftzirkulation. Daher herrschte im Zimmer eine stickige Luft.


Unterkunft: Amaan Bungalows

 

Aktivitäten:
Ich hätte sehr gerne die Delfintour (ca. 40 US Dollar) an der Ostküste gemacht, leider hatte ich aber mit Fieber und Übelkeit zu kämpfen.

  • Tauchen – 60 US-Dollar
  • Schnorcheln – 50 US-Dollar

Zurück in Stone Town
Das Fieber erreichte seinen Höhepunkt. In der Nacht plagten mich heftige Alpträume, immer wieder wachte ich auf.

Wer schreit da? Ich hielt inne. Träum ich das oder schreit da wirklich jemand? Ich horchte.. Meine Reisefreundin wachte ebenfalls auf. Stephanie, flüsterte ich: „Hörst du diese Schreie auch? Stephanie sagte: „Ja, deshalb bin ich aufgewacht. Was ist hier los?“ Das Geschrei kam von der unmittelbaren Nachbarschaft unseres Hotels. Lange schmerzhafte Schreie eines Kleinkindes waren ca. 15 Minuten zu hören. Wir hörten ausserdem, dass mit einem Gegenstand geschlagen wurde. Und dann, das Schreien verstummte für die ganze Nacht…

Stephanie und ich schauten uns an – ist das Kind tot?

Wir lagen wie gelähmt im Bett, diese Schreie gingen uns durch Mark und Bein. Und ich werde diese Schreie nie mehr im Leben vergessen können.

Unterkunft: Mazsons Hotel

Aktivität: Insel Gefängnistour – 55 US Dollar

 

Arusha – im Land der Massai

Immer noch total angeschlagen und ohne Kräfte sind wir in Arusha angekommen. Ich habe 3 Tage nicht gegessen und meine Appetitlosigkeit machte schwer zu schaffen.

Im Meserani Snake Park bereiteten wir uns auf unsere 3 tägige Tour im Serengeti National Park und im Ngorongoro Conservation Area vor. Der Snake Park bietet einen Gratis-Eintritt, ist jedoch nicht extrem sehenswert. Der Camping Platz besitzt ein gemütliches Restaurant zum Verweilen.

Hinter dem Camping Platz verkaufen die Massai in Lehmhütten verschiedenen Schmuck, Bilder, Holzschnitzereien und vieles Mehr. Hier im Gegensatz finde ich lohnt sich ein Besuch.

Unsere Unterkünfte:

  • Zebra Camp
  • Meserani Snake Park

 

 

Ngorongoro Nature Reservat

Auf dem Weg zum Ngorongoro Conservation Area erhofften wir uns einen Blick auf den höchsten Berg Afrikas – dem Kilimanjaro. Leider war die Sicht zu trübe.

Ngorongoro ist ein Einbruchkrater in Tansania am Rande der Serengeti. Er enstand, als an dieser Stelle ein Vulkanberg in sich zusammebrach. Der Durchmesser des Kraters beträgt zwischen 17 und 21 Kilometer. Insgesamt hat der Krater eine Fläche von 26’400 Hektar.

Seit 1951 ist der Krater Teil des Nationalpark Serengeti. 1959 wurde ausserhalb des Kraters ein besonderes Schutzgebiet (Ngorongoro Conservation Area) eingerichtet. 1979 wurde er auf die UNESCO-Liste des Weltnaturerbe aufgenommen und 1981 als Biosphärenreservat ausgezeichnet. Zusätzlich wurde der Krater 2010 zum Weltkulturerbe erhoben.

Unsere erste Station war ein Lookout auf über 2000 Meter ü.M. mit einer gigantischen Aussicht über den gesamten Ngorongoro Park. Wir konnten die ersten Tiere mit einem Feldstecher beobachten.

Erst auf dem Rückweg besuchten wir dann die weiten Ebenen des Parks. Aber alles der Reihe nach.

Auf dem Rückweg von der Serengti machten wir Halt bei einem Camp, welches ebenfalls ca. auf 1800 Meter lag. Dementsprechend kalt wurde es in der Nacht. Sicherheitspersonal patrouilliert hier den ganzen Abend. Ich gehe mal davon aus, auch in der Nacht sorgen sie für die Sicherheit der Touristen. Sie sind ausgestattet mit scharfen Waffen und Taschenlampen.

An diesem Abend besuchten uns Büffel auf dem Camp. Sie gaben uns mit ihrem Auftritt klar zu verstehen, wer hier das Sagen hat. Gestört fühlten sie sich von unserer Anwesenheit jedenfalls nicht. Das Sicherheitspersonal erklärte uns, dass die Büffel hier einigermassen einen Schutz gegen die Raubtiere finden, da hier Menschen sind. Wieder einmal einer Legende zu Folge, hätte sich hier einmal ein Tourist zu nahe an einen Büffel gewagt. Der Büffel hatte sich verteidigen wollen und dem Touristen seine Hörner in den Rücken gerammt. Der Tourist hätte einen mehrfachen Wirbelsäulenbruch erlitten. Hiess dann für uns (zumindest die Frauen) wir bewegten uns nur an den Hausmauern nach sowie immer in der Nähe des Sicherheitspersonal.

 

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Die beiden leuchtenden Punkte – ein Büffel in mitten unserer Zelte
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Game-Drive im Ngorongoro Park

Früh morgens, gestärkt mit einem guten Frühstück im Bauch und noch etwas kalten Füssen, ging es mit dem 4×4 Auto in den Krater.

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Das Wetter war definitiv auf unserer Seite.

Etwa 25’000 Grosssäuger bevölkern den Krater, darunter die höchste Raubtierdichte Afrikas. Besonders gross ist die Zahl an Zebras, Büffel, Gnus, Elenantilopen sowie Grant- und Thomson-Gazellen. Sie werden gejagt von Löwen, Fleckenhyänen und Leoparden. Daneben gibt es im Krater Elefanten und, ungewöhnlich in dieser Gegend, Flusspferde. Ich fragte unseren lokalen Guide, wie die Flusspferde in den Krater kamen. (Flusspferde müssen ihre Haut feucht halten, ansonsten sterben sie.) Er konnte mir diese Frage leider nicht beantworten und wir mussten alle lachen. Vielleicht sind sie hierher geflogen :-).

Der Vorteil am Ngorongoro ist sicherlich dieser, dass man nicht allzu weit fahren muss, um die verschiedensten Tiere zu sehen.

Als ich dann wieder zurück war von meiner Reise, habe ich eine Dokumentation über den Ngorongoro gesehen.

Unterkunft: Simba Campsite
 

Serengeti National Park

In der Sprache der Massai heisst Serengeti „das endlose Land“.

Tansanias ältester und beliebtester Nationalpark, die Serengeti, ist berühmt für die sich jährlich wiederholende Wanderungszeit (Migration), wenn sechs Millionen Hufe über die offenen Ebenen stampfen, wenn mehr als 200’000 Zebras und 300’000 Thomsongazellen sich dem Zug der Gnus nach frischen Weidegründen anschließen.
Die Serengeti bietet zweifellos das eindrücklichsten Tierschauspiel Afrikas: große Büffelherden, kleinere Gruppen von Elefanten und Giraffen sowie Tausende und Abertausende von Elenantilopen, Topis, Kuhantilopen, Impalas und Grantgazellen. Und all die Raubtiere, welche ihrer nächsten Mahlzeit auflauern.

Auf dem Weg zu unserem Übernachtungslager, begleiteten wir die Migration auf den weiten und grünen Grasflächen. Wir fahren vorbei an tausenden von Huftieren. Hier finden sie Schutz vor den Raubtieren. Für die Raubtiere besteht in den Weiten des grün wachsenden Grases kaum die Möglichkeit sich unentdeckt anzuschleichen.

 

Der unerwartete Angriff – ein Mal ist kein Mal

Unsere Lunch-Box wollten wir unter einem gigantischen Baum geniessen. Unser Guide händigte allen Reisenden das Mittagessen aus. Die Box war jedoch nur einige Sekunden spannend. Denn unter dem gigantischen Baum stolzierten zwei Schuhschnäbel umher. Schuhschnäbel sind graue Schreitvögel, welche eine Körpergrösse von 1.20 Meter erreichen. Lunch vergessen – und mit der Kamera los auf die Vögel. Sie zeigten keinerlei Angst vor uns. Deshalb kriegten wir ein wenig bammeln. Und ausserdem kreissten drei Adler über der Wiese. Schlussendlich siegte doch der Hunger. Wir packten unseren Lunch aus. Ein Saft, Brot, Crackers, einen Apfel und ein Chicken-Wings. 

Pfuiii Chicken-Wings! 

Ich fragte meine Mitreisenden, wer mein Chicken-Wings will. Ich reichte Derrick mein Chicken-Wings rüber. Während diesen 3 Sekunden – Wusch, flatter, flatter. Federn am Kopf. Chicken-Wings weg. Ich schrie! Ich hatte beinahe einen Herzstillstand. Das Adrenalin raste durch meinen Körper. Jetzt im Ernst, einer der Adler hatte sich beim Sturzflug das Hühnerbein geholt! Und das alles in Bruchteilen von Sekunden. Und da ich schrie, schreiten die meisten Reisenden (Frauen) mit, obwohl sie gar nicht wussten worum es ging, oder vielleicht genau deshalb :-).

Wir konnten es nicht glauben. Die Schuhschnäbel hüpften umher und wir rannten zurück in die Autos. Chicken-Wings wurden dann nur noch hinter verschlossenen Türen getauscht.

 

Wir stoppten inmitten des Park bei einer abgesperrten Anlage mit Sicherheitspersonal und gönnten uns einen Kaffee und Snacks. Endlich konnten wir einige Meter laufen ohne dabei Angst haben zu müssen, wilden Tieren gegenüber zu stehen oder demnächst eins anzutreffen.

Am frühen Abend bauten wir unsere Zelte auf. Ein Büffel beobachtete unser Vorhaben.

Zwei Locals kochten für uns herrliches Essen. Die Küche und der Essbereich waren kleine Häuschen aus Beton und Gitterfenstern. Dies zum Schutz gegen die Tiere. Nach dem Essen bekamen wir Besuch von einem Getränkehändler. Ein kaltes Bier – wie cool!

Wie cool das wirklich war, stellte sich in der kommenden Nacht heraus.

Unser Lagerfeuer knisterte die ganze Nacht.

Um 02.00 Uhr erwachte ich. Das Bier machte sich bemerkbar. In meinem Kopf schwirrte der Satz von Wyclef: „Egal was ist, ihr verlässt in der Nacht unter keinen Umständen das Zelt.“

Ich hörte das Knacksen von kleinen Ästen. Ich hörte ein Lachen. Ruhe. Und jetzt sind sie beim Zelt. Es sind Hyänen! Oje… Ich lag wach im Zelte und hörte den Hyänen zu – die sehr wahrscheinlich unser gekochtes Essen gerochen haben. Ich wartete und wartete. Bis die Sonne aufging und ich endlich zur Toilette rennen konnte.

Frühmorgens starteten wir unsere Pirschfahrt. Sie dauerte 4 Stunden. Die Fahrer sind ausgerüstet mit Funkgeräten. So kommunizieren sie mit anderen Fahrern, wo sich welche Tiere aufhalten. Es gibt Tiere, die Funksender tragen. Diese Funkgeräte dienen aber ausschliesslich zu Forschungszwecken. Die Fahrer können die Tiere nicht orten.

Nach ca. einer Stunde kam eine Meldung via Funkgerät. Da die Fahrer Suaheli sprachen, verstanden wir kein Wort. Egal – wir waren gespannt. Die Stimme am Funk tönte auf jeden Fall aufgeregt.

Bereits über 10 Autos parkten dort, als wir beim Schauplatz ankamen. Und zu sehen gibt was? Auf den ersten Blick sahen wir nichts… Und dann sahen wir sie – Löwenköpfe im Savannengras! Wie cool.
Unser Fahrer erklärte uns, dass das Löwenrudel bereits seit einer halben Stunde versucht sich an einen Büffel heranzupirschen.

Wir warteten gespannt ab.

Ein stattliches Büffelmännchen steht abgetrennt von der Herde. Die Löwen versuchen geduckt, im Schutz des Grasses einen Kreis um den Büffel zu bilden.

Und plötzlich, wie aus dem Nichts geht es los.

Der Büffel rannte los. Unser Auto und unsere Herzen bebten.  Leben und Tod lag in der Luft – und zwar für beide Seiten.

Die Löwen klammerten sich am Büffel fest, er jedoch rannte so schnell er konnte. Und solange, bis er wieder im Schutz seiner Herde war. Wir konnten es kaum fassen aus ca. 20 Meter so ein Spektakel mitzuerleben. Unser Tourguide erkläre uns (es macht diesen Job seit 10 Jahren) hatte eine solche Aktion erst zum dritten Mal gesehen. Nach dieser Aussage, konnten wir uns doppelt glücklich schätzen. Und der Tag war noch nicht vorbei.
Ein weiterer Funk erreichte unseren Jeep. Wir brausten durch die Savanne bis zu einem wunderschönen Baum.

Und dort oben sass unser fünfter und letzter „Big 5“ – ein wunderschöner Leoparde. Er sass auf dem Baum und blickte in die Weite seines Reviers.

Am zweitletzten Tag meiner Afrika-Reise, konnten wir die „Big 5 Liste“ abhacken. Was für ein Tag!

Am Nachmittag fuhren wir zurück zu unserem „Ngorongoro Camp“.

 

 



Unterkunft
: Irgendwo im Nirgendwo

Mein Fazit: Die Serengeti ist mit eines der schönsten Erlebnisse meines Lebens. Ich würde jederzeit wieder in die Serengeti reisen und in die spektakuläre Tierwelt eintauchen. Die Landschaft ist wunderschön und definitiv einen Besuch wert. Im Gegensatz zu anderen Nationalpark bietet die Serengeti aufgrund ihres Savannengras meist die perfekte Sicht auf wilde Tiere.
Visa Informationen: https://www.gadventures.com/trips/cape-town-to-serengeti/2427/details/#visas

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