Sumatra, Indonesien

 

Ankunft in Medan

Nach einem etwas unangenehmen Flug von Singapur nach Medan, waren wir froh wieder am Boden zu sein. Wir gönnten uns erst einmal ein kühles Getränk und beobachteten das Treiben.
Meine Freundin und ich hatten etwas Respekt vor der bevorstehenden Taxifahrt, da wir viele Geschichten über Taxis in Indonesien gehört haben.
Angekommen im Hotel in Medan, spürten wir eine seltsame Stimmung im Gebäude. Jegliche Hotelgäste beobachteten uns, tuschelten und lachten verlegen. Bis zum nächsten Tag konnten wir uns keinen Reim daraus machen.
Am nächsten Tag suchten wir Hilfe und Rat bei unserem lokalen Reiseführer Arie. Arie erklärte uns, dass sich hier nicht viele Reisende verirren. Dies sei der Grund, warum die Leute uns anschauen und bestaunen. Er erklärte ausserdem, dass sie uns überhaupt nicht schlechtes wollen, aber sehr schüchtern sind. Nach diesem Gespräch waren wir um einiges lockerer unterwegs. Viele Locals fragten jeweils nach langem Zögern, ob sie ein Foto mit uns machen dürfen – wie süss dieser Einstieg in Sumatra. Ehrlich gesagt fühlte ich mich manchmal wie ein kleiner Star. Alle wollten was von dir. Und weshalb genau? Der Grund liegt ganz nahe: Unteranderem in Indonesien gilt es als Schönheitsideal je weisser (Hautfarbe) eine Person ist. Zu toppen ist dieses Phänomen dann, wenn auch noch die Haare hell und die Augen blau oder grün sind. Alle diese Kriterien erfülle ich mehr oder weniger. Und nun ist das Rätsel endgültig gelöst.

Unterkunft: Garuda Plaza

 

Tangkahan
Unser erster Stop war im Dschungeldorf von Tangkahan. Über eine lange und etwas sehr wackelige Hängebrücke ging es zu unseren Bungalows. Auf dem Weg beäugten und begleiteten uns kleine Äffchen.
Mit einem Lemon Juice wurden wir von den Besitzern begrüsst. Ich hatte noch nie eine derart schöne und so einfache Begrüssung erleben dürfen. Ich fühlte mich gleich wie zuhause.
Nach der anstrengenden Busreise über sehr hügelige Strassen, konnten wir uns im Fluss erfrischen. Ausserdem gibt es im Fluss heisse Quellen und kleinere Wasserfälle, zu denen man wandern oder schwimmen kann. Das grüne Dickicht und die Sauberkeit des Flusses lassen wunderschöne Fotosuject zu.

Unterkunft: Bukit Lawang Cottage

Aktivität:

  • Elefanten waschen und füttern – 150’000 Rupiah (ca. 10 – 15 US-Dollar)

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Bukit Lawang

Bukit Lawang liegt knapp 100 km nordwestlich von Medan direkt am Dschungelrand. Der Urwald rund um Bukit Lawang ist Teil des Gunung Leuser National Park. Dieser Regenwald gehört mit zu den ältesten tropischen Regenwälder der Erde.

Das Dörfchen am Bahorok River wirkt verschlafen und gemütlich. Der Fluss schlängelt sich am Dorf entlang. Es gibt einige gute, familiäre Restaurant im Dorfkern sowie Backpacker Unterkünfte.

Geheimtipp: Im Tony’s Restaurant isst man super! Nach dem Abendessen gab es gleich unterhalb am Fluss ein Lagerfeuer. Locals spielten Gitarre und sangen, wir versuchten sie tatkräftig zu unterstützen. Die Stimmung am Fluss war wunderschön.

Die Orang-Utans

In Bukit Lawang dreht sich aber schlussendlich alles um die Orang-Utans.

Faktsheet über die Orang-Utans: https://assets.wwf.ch/downloads/faktenblatt_sumatra_orang_utan_2013.pdf

Informiert euch vor Ort über die Trekking-Tour. Es gibt von 3 stündigen Touren bis zu mehrtägigen Touren mit Übernachtung im Urwald.

Wichtig ist einen zertifizierten Tourguide zu erwischen. Die sogenannte Orang-Utan Feeding Plattform war eher eine Enttäuschung. Die Station wurde damals aufgebaut, um gefangengehaltene Orang-Utans in ihrer freien Wildbahn unterstützen zu können und es diente sicherlich auch den Forschungszwecken. Also wenn ihr könnt, bucht keine inkludierte Fütterungsstations-Besichtigung mit.

Am liebsten hätte ich einen mehrtägigen Trekk gemacht, nur fehlte uns leider die Zeit. Meine Freundin holte sich zudem eine Lebensmittelvergiftung oder so ähnlich.

Unser Tourguide schwärmte auf alle Fälle von der mehrtägigen Tour. Da nehme man den Dschungel so richtig war. Mit all seinen Geräuschen und Gerüchen. Spannend werde es dann, wenn die Nachtaktiven Tiere erwachen und sich auf Essensuche begeben. Ausserdem sei hier auch der Malaienbär heimisch. Wir müssten aber keine Angst haben, versicherte uns unser Guide, denn auch die Bären seien Nachtaktiv. Der Malaienbär zählt zu den kleineren Bären. Der Sumatra Tiger, welcher auch einmal hier einheimisch war, ist wohl in diesem Gebiet ausgestorben.

Auch die Orang-Utans sind stark bedroht. Durch die illegale Rodung des Regenwaldes verlieren sie jeden Tag an Lebensraum. Anstelle werden Palmölplantagen errichtet. Teils werden grosse Teile des Regenwaldes angezündet und die Orang-Utans und verbrennen in den Flammen des Feuers.

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Was können wir tun?

In vielen Produkten unseres alltäglichen Bedarfs steckt Palmöl drin. Es sind nicht die lokalen Bewohner, die einen so hohen Verschleiss an Palmöl produzieren. Das sind wir! Wir tragen die Schuld an der Vernichtung des Sumatra-Regenwaldes und sind somit indirekt auch verantwortlich für das Aussterben der Orang-Utans.

Wir sollten versuchen, möglichst wenige Produkte zu konsumieren, in denen Palmöl enthalten ist.

Viele Fertiggerichte, Schokoladen, Seifen und Waschmittel enthalten Palmöl. Auf den Verpackungen der Produkte wird Palm­öl meist als „pflanzliches Öl oder Fett“ deklariert.

Sonst ist es irgendwann zu spät…

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Unterkunft: Mega Inn

Aktivitäten:

  • Orang-Utan Dschungeltrekking / Orang-Utan Feeding Plattform Visit – 250’000 Rupiah (ca. 20 US-Dollar)
  • Bat Cave Trek ca. 2 Std. – 10 US Dollar
  • River Tubing ca. 1.5 Std. – 20 US Dollar

 

Berastagi

Das hoch gelegene, kühlere Berastagi auf Sumatra liegt auf 1.400 Metern Höhe und das Klima ist fast wie in Europa. Die Stadt wird von den grünen Feldern des Karoo Hochlands umgeben und zwei Vulkane prägen die Landschaft.

Wir assen in Strassencafés meist Nasi Goreng. Eines der bekanntesten Gerichte in Indonesien. In einfachen Cafés oder in indonesisch „Warung“, gibt es grundsätzlich 3 Speisen:

  • Nasi Goreng – Gebratener Reis mit Gemüse, Ei und Hühnerfleisch
  • Mie Goreng – Gebratene Nudeln mit Gemüse, Ei und Hühnerfleisch
  • Nudelsuppe – mit Gemüse, Ei und Hühnerfleisch

Da ich eher vorsichtig bin und auch nicht wirklich ein Fan von Hühnerfleisch aller Art, verzichtete ich oft auf die Fleischbeilage. Die Reaktionen sind teils sehr lustig oder auch verwirrte Gesichter der Köche. Denn Fleisch ist das wertvollste im Gericht.

Unterkunft: Danau Toba Cottage

Aktivitäten:

  • Sibayak Volcano Hike zum Sonnenaufgang – ca. 24 US Dollar
  • Hot Springs – optimal nach dem Volcano Hike

 

Unterkunft: Danau Toba Cottage

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Samosir Island

Mit der Fähre ging es nach Samosir Island. Die vulkanische Insel liegt im Tobasee im Norden Sumatras.

Sie ist mit 647 km² etwa so groß wie die Inseln Ibiza oder Singapur. Sie ist die größte Insel in einem Inselsee und hat selbst zwei kleine Seen. Cool oder nicht?

Wir leiten uns Fahrräder aus und machten eine Tour um die Insel.

Geheimtipp: In der Nähe des Silitong Hotel gibt es eine Pizzeria namens Rumba. In diesem Restaurant kann man seine individuelle Pizza zusammenstellen. Dieses Restaurant hat Spezialitäten aus verschiedenen Ecken der Welt zu bieten. Und weshalb? Als die ersten Touriste Samosir Island erreichten und im Rumba einkehrten, nutzten die Besitzer ihre Chance. Sie fragte die Touristen, welche aus aller Welt kamen, nach den Lieblingsgerichten in ihrem Land und baten sie um Rezepte. Heute bietet das Restaurant Rumba Rösti, Pasta, Pizza, Reisgerichte und viele andere Menus an. Vergesst nicht einen Frucht Juice zu bestellen.
Unterkunft: Silitong Hotel (Foto Booking.com)

Aktivitäten:

  • Tombs in Tomok Visit
  • Fahrrad ausleihen ca. 5 US-Dollar pro Tag

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Sibolga

Sibolga ist eine Hafenstadt an der Westküste. Wir freuten uns aufs Meer. Waren aber ein bisschen enttäuscht über die Wasserqualität. Anstelle aber spielten wir mit den Kids Fussball. Das Bumi Ashi Pandan Hotel besitzt einen coolen Swimmingpool und das Frühstücksbuffet ist im Gegensatz zu anderen Hotels echt super! Worüber man sich beschweren könnte: Unser Zimmer (2 Personen) war viel kleiner als auf den Fotos angegeben. Nasse Wäsche kann man weder im Zimmer, noch auf dem Balkon aufhängen. Es hat schlicht keinen Platz.

Wir machten uns am Abend auf in die Stadt. In einem Restaurant gönnten wir uns verschiedene lokale Speisen – vor allem Fisch und Meeresfrüchte.

Unterkunft: Bumi Asih Pandan Sibolga Hotel

 

Panyabungan

Wir genossen die malerische Landschaft während der Fahrt. Unser Zwischenstopp für eine Übernachtung machten wir in Panyabungan.

Am Nachmittag erschütterte ein leichtes Erdbeben die Landschaft. Voller Angst stürmten wir aus dem Hotel. Draussen aber ging die Routine weiter. Keiner machte einen Anschein auf eine mögliche Gefahr. Unsere Herzen pochten und langsam beruhigten wir uns wieder.

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Bukittinggi

In Bukittinggi machten wir nach unserer Ankunft einen Stadtrundgang. In Bukittinggi gibt es einen grossen Markt – einen Besucht lohnt sich. Auf dem Markt wird alles mögliche verkauft – von wertvollen Steinen, über getrocknete Schlangenhaut, alle möglichen Kleider und auch gefärbte Küken. Ok? War nicht unser Fall. Ich fragte einen Verkäufer weshalb sie 1) die Küken verkaufen und 2) warum diese noch gefärbt werden? Er meinte nur kurz und knapp: „Kinder mögen die Küken als Haustiere und sie sehen lustig aus, wenn sie gefärbt sind.“

Ausserdem gibt es in Bukittinggi einen grossen Platz mit einer wunderschönen Kirche.

 

Unterkunft: Royal Denai View Hotel

Aktivitäten:

  • Japanese Caves Visit
  • Sianok Canyon Visit

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Padang

Padang, eine Hafenstadt an der Westküste Sumatras ist unser letzter Stop. Als nächstes geht es mit dem Flieger weiter nach Jakarta.

 

Mein Fazit über Sumatra: Der Norden Sumatras mit seinem Urwald und dem Ursprünglichen gefiel mir sehr gut und lässt definitiv zum Verweilen ein. Die Dörfer sind sehr authentisch und ihre Bewohner äussert gastfreundlich und interessiert ihren Touristen. Die Landschaften zwischen Nord und Westsumatra sind einzigartig schön und kräftig grün. Die Dörfer und Städte Westsumatras konnten mich nur mittelmässig begeistern. Deshalb, weil ich das „Stadtleben“ nicht all zu lange aushalte und manchmal auch schlicht überfordert war mit dem Verkehr, Abfall und dem Unorganisierten.

 

Die komplette Reise fand mit G Adventures, Buchung via STA-Travel statt.

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